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Älteste Dorfordnung

Bei einem Prozess um Weiderechte im Jahr 1483 forderte der angeklagte Hans Straub die Verlesung eines "Zettels", der ihm Recht geben und seinen Freispruch herbeiführen sollte. Dieser "Zettel" war die anscheinend längst in Vergessenheit geratene Dorfordnung Oberstdorfs. Darin waren folgende Bestimmungen enthalten:

  1. Wenn der Besitzer des Dorfes nach Oberstdorf kommen sollte, sollte dreimal geläutet werden. Alle Gemeindeobersten, die sich daraufhin nicht einfänden, sollten eine Geldstrafe bezahlen.
  2. Wer einen Gerichtsprozess verliert, sollte ebenfalls einen Geldbetrag bezahlen.
  3. Ein Dorfzaun soll ganz Oberstdorf umfassen. Wer außerhalb dieses Zaunes wohnt, soll seinen Wohnsitz in des Innere des Zaunes verlegen.
  4. Wer eigenmächtig sein Grundstück erweitert oder sein Ackerland einzäunt, soll bestraft werden.
  5. Privates Vieh soll auf der Retterstelle, Ortrubin, Dietersberg und Dietersbach geweidet werden.
  6. Besondere Privilegien erfuhr das Vieh im Dorfbesitz: "Weiterhin mag die gemeine Herde weiden können, soweit die Hirten fahren können, weit und breit. Daran soll sie niemand engen noch irren."
  7. Wer vor Gericht ohne Fürsprecher redete, sollte ebenfalls eine Geldstrafe bezahlen.

Quelle: Heinrich Bernhard Zirkel, Geschichte des Marktes Oberstdorf (Teil 1), neu bearbeitet von Dr. Thaddäus Steiner unter Mitwirkung von Werner Grundmann, Oberstdorf 1978.

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