Ferienwohnungen in Oberstdorf im Allgäu

Tschüss Oberstdorf

Im 15. und 16. Jahrhundert lebten die Oberstdorfer mehrheitlich von der Landwirtschaft. Widrige Witterungsverhältnisse verhagelten im Gebirge leicht die Ernte und die Menschen musste Hunger leiden oder sie suchten sich eine neue Bleibe in einer Gegend mit günstigeren klimatischen Verhältnissen.

Ein weiterer Fluchtgrund war die Christenverfolgung in der Reformationszeit. Die Menschen konnten dank Martin Luther die Bibel auf Deutsch lesen und stellten dabei fest, dass biblische Ideale und die überkommenen katholischen und später auch protestantischen Praktiken weit auseinanderliefen. So konnten sie in der Bibel lesen, dass weder fromme Leistungen noch Gehorsam gegenüber der Obrigkeit die Eintrittskarten in den Himmel sind, sondern ausschließlich der Glaube an Jesus Christus. Wer so dachte, gefährdete die damalige staatliche Ordnung und war deshalb oftmals der Verfolgung ausgesetzt. Wer die offizielle Kirche ablehnte, lehnte sich auch gegen die staatliche Obrigkeit auf, denn Staat und Kirche waren zu einer Macht zusammengewachsen. Diese Bibel treuen Christen wurden als Täufer verfolgt, da sie nach dem Vorbild von Jesus die Taufe als eine persönliche und freiwillige Entscheidung eines Erwachsenen werteten und die übliche Kindstaufe als ungültigen Zwangsakt ablehnten.

Die Täufer wurden in Oberstdorf rigoros verfolgt, doch das Gebirge bot natürlich auch mehr Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten, so dass auch Oberstdorf zu einem Zentrum der Bibel treuen Christen wurde.

Im folgenden werden Auswanderer von Oberstdorf aufgeführt (Geschichte des Marktes Oberstdorf von Heinrich Bernhard Zirkel und Werner Grundmann, Teil 2, 1974). Als einziger Auswanderungsgrund wird die Heirat nach einem anderen Ort genannt. Mehr ist leider nicht über die persönlichen Schicksale und Hintergründe bekannt.

1476 Christoff Erb verläßt Oberstdorf und wandert nach Nördlingen aus;

1485 Hans Schellang geht nach Meran;

1493 Hyltgart Köberlin heiratet nach Isny;

1494 Wolfgang Seltzemann wandert nach Eichstätt aus;

1501 Elspet Großin heiratet nach Imst in Tirol;

1502 Hans Vischer geht ins fränkische Liebenwerde;

1503 Oswald Groß nach Großaitingen bei Augsburg, Bernd Schellhass nach Angelberg bei Mindelheim, Conrat Höhlin nach Tannenberg, Veit Zweng nach Imst;

1505 Jorig Möschlin nach Sterzing in Tirol;

1506 Hans Möschlin nach Rennertshofen, Anna Osin heiratet nach Villingen, Hans Huber wandert nach Imst aus, Agnes Vischerin heiratet nach Naturns bei Meran;

1507 Blasius Motsch nach Bozen;

1512 Aufer Jägerin heiratet nach Villingen;

1516 Hans Späcklin macht sich auf nach Tannberg, Hans Vogler nach Hall bei Innsbruck, Anna Huberin nach Isny;

1518 Barbara Brackin nach Isny, Agath Strewbin nach Kempten;

1519 Hans Zweng ins Stubaital nach Tirol, Hans Huber nach Imst, Bastian Erb nach Augsburg

1520 Els Erbin nach Innsbruck;

1523 Matteys Erb nach Augsburg, Jerg Schellang nach Brixen;

1524 Melchior Heiß nach Esslingen;

1526 Enderle Mair und Anna Mairin nach Augsburg;

1527 Hans Sämler nach Klausen bei Brixen;

1530 Hans Schedler und seine Frau Apollonia Heintzelmäni nach Böhmen, Conrat Huber nach Imst;

1531 Margretha Steghlin nach Freiburg im Breisgau;

1533 Hans Hefen nach Fellbach;

1535 Jörg Keberli nach Tirol;

1536 Hans Zwigkh nach Schwaz in Tirol;

1538 Jos Jäger nach Glött bei Augsburg, Mang Schedler nach Schönenfeld, Margaretha Hueberin nach Kempten, Anna Kriegin nach Schwaz in Tirol;

1539 Anna Eisenholdtin nach Dornbirn, die Schwestern Anna und Barbara die Brackhinen zogen in den Schwarzwald;

1540 Elspetha Hindenlang von Gerstruben nach Schorndorf;

1545 Hans Haintzelmann nach Augsburg, Conrat Ritter nach Anntorff im Breisgau; Hans Brackh nach Zusmarshausen bei Augsburg;

1546 Anna Elgesin heiratet nach Kempten;

1548 Endras Zweng nach Lauterbrunn und Ursula Schegerlin heiratet nach Wolfegg;

1555 Conrat Steder nach Ratmannsdorf in Krain;

1556 Jakob Stecklin nach Schotterwald bei Straßburg;

1558 Andreas Haintzelmann nach Kaufbeuren und Anna Stiltzin nach Kempten;

1559 Anna Weitnawerin nach Isny;

1560 Mang Kolb wird rechtlich ein Füssener, indem er eine dortige Bürgerstochter ehelicht;

1564 Alexander Straub nach Wien

1566 Barbara Weitnawerin nach Isny und Ulrich Schrautolff nach Blaubeuren;

1567 Martin Ritter nach Gollern und

1574 Jörg Straub nach Füssen.

Demgegenüber standen einige wenige Einwanderer, die in der folgenden unvollständigen Liste aufgeführt sind.

1502 Lienhardt Berchtold aus Mittelberg im Walsertal;

1593 Ann Steltzlin von Blamberg heiratet nach Kornau bei Oberstdorf;

1595 Jos Müller und Jakob Straub von Mittelberg im Walsertal;

1600 Mennga Gut von Ramuß im Unteren Engadin heirate nach Oberstdorf;

1618 Cristian Beiser von Tannberg (Vorarlberg);

1619 Peter Günther von Hornbach im Lechtal;

1640 Barthlme Fankhauser von Lämmerspach;

1643 Magdalena Abfalterin aus Absens in Tirol und Magdalena Schärerin aus Gaster bei Einsiedeln heiraten ein;

1653 Cristan Spiss von Kelbmen in Tirol;

1662 Michael Pairst von Oberhofen in Tirol heiratet nach Oberstdorf und

1725 zieht Hilari Debrunner von Schwandorf bei Konstanz nach Oberstdorf.

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