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Oberstdorfer in den Mühlen einer gnadenlosen Justiz

Die mittelalterliche Hexenverfolgung kostete einige Oberstdorfer das Leben. Die verfügbaren Originalakten weisen auf 15 Fälle hin. Schauplatz der Prozesse und Verbrennungen war jedoch nicht Oberstdorf, sondern Sonthofen. Besonders hartnäckige Opfer schienen Barbara K. und Elsbetha K. zu sein, die trotz schlimmster Marter nicht gestehen wollten. So schrieben die Folterer: "Wir habens im Gerichts tog mit innen getrieben, sie an der Scheiben vnnd vff der Laiter gar hart vnnd zu zeiten vff ainmol zwoi, drej, ja sogar biß inn die vierte stunde martern, auch bescherren vnnd ausschneiden vnnd brennen lassen. Vnnd es mit innen one vnndlaß getrieben."

Eine Seltenheit war die Freilassung einer Verdächtigen. Catharina Stederin verließ am 5. Oktober 1587 das Gefängnis lebend. Hans Ramminger konnte sogar fliehen. Das Gericht musste sich mit der Konfiskation seines Besitzes zufrieden geben.

Doch diese Zeit der Justizmorde kannte auch Helden wie den Jesuitenpater Friedrich von Spee und den gebürtigen Oberstdorfer Hofbeichtvater Pater Bernhard Frey S.J. (1609-1685). Diese lehnten die Hexenprozesse ab und forderten ihr Ende. Dies erforderte großen Mut und Zivilcourage, weil auch Geistliche als Hexer verfolgt und verbrannt wurden.

(Geschichte des Marktes Oberstdorf von Heinrich Bernhard Zirkel und Werner Grundmann, Teil 2, 1974)

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